Wie viel verdienen Lieferplattformen wirklich an deinem Restaurant?
Externe Lieferplattformen verlangen bis zu 30 % Provision pro Bestellung. Wir zeigen, was das für österreichische Gastronomen wirklich bedeutet – und welche Alternativen es gibt.
tocInhaltsverzeichnis
Die bittere Wahrheit hinter den Provisionen
Du betreibst ein Restaurant in Österreich und nutzt eine externe Bestellplattform? Dann hast du vermutlich schon gemerkt: Die Provisionen sind alles andere als ein kleiner Posten. Was viele Gastronomen unterschätzen — provisionsbasierte Plattformen verdienen oft mehr an deiner Bestellung als du selbst.
Was verlangen externe Lieferplattformen?
Die gängigen Provisionsmodelle in Österreich bewegen sich zwischen 15 % und 30 % pro Bestellung — je nach Vertrag, Region und gewähltem Paket:
- Basis-Paket (nur Listung): 15–18 % Provision, du lieferst selbst
- Standard-Paket (mit Lieferung): 25–28 % Provision, die Plattform übernimmt die Zustellung
- Premium-Paket (Top-Platzierung + Lieferung): bis zu 30 % Provision, zusätzliche Marketing-Gebühren möglich
Dazu kommen oft versteckte Kosten: Tablet-Gebühren, Aktivierungskosten, Gebühren für Sonderaktionen.
Ein konkretes Rechenbeispiel
Nehmen wir eine durchschnittliche Bestellung mit einem Warenwert von €25,00:
| Kostenart | Betrag |
|---|---|
| Warenwert der Bestellung | €25,00 |
| Provision Plattform (28 %) | −€7,00 |
| Wareneinsatz (~30 %) | −€7,50 |
| Personal, Miete, Energie (anteilig) | −€6,00 |
| Verbleibender Gewinn | €4,50 |
Bei 30 Bestellungen pro Tag gehen €210 täglich nur an Provisionen — das sind über €6.300 pro Monat oder €75.600 im Jahr, die nicht in deiner Kasse landen.
Achtung: Hochrechnung
Bei nur 10 Bestellungen täglich mit einem Schnittbon von €20 zahlst du bereits über €20.000 pro Jahr an externe Plattformen. Das ist Geld das direkt in deine Küche, dein Personal oder dein Marketing fließen könnte.
Warum machen Gastronomen trotzdem mit?
Die Antwort ist nachvollziehbar: Sichtbarkeit und Bequemlichkeit. Externe Plattformen bringen Neukunden, die dich sonst nie gefunden hätten. Aber diese Vorteile haben ihren Preis. Das Problem verschärft sich durch drei Faktoren:
- Du baust keine eigene Kundenbasis auf. Die Plattform behält die E-Mail-Adressen und Telefonnummern deiner Kunden. Wenn du die Plattform verlässt, sind deine Stammkunden weg.
- Algorithmus-Abhängigkeit. Ob du in der App sichtbar bist, entscheidet ein Algorithmus — nicht die Qualität deines Essens.
- Preisdruck. Viele Gastronomen erhöhen die Preise auf der Plattform um die Provision auszugleichen. Das verärgert Kunden und schadet dem Ruf.
Die wahren Kosten: Mehr als nur Provision
Verlorene Kundenbindung
Wenn ein Kunde über eine externe Plattform bestellt, ist er Kunde der Plattform — nicht deiner. Du kannst ihm keine Gutscheine schicken, kein Treueprogramm aufbauen. Jede Bestellung ist quasi eine Neukundenakquise — zu deinen Kosten.
Bewertungsdruck
Negative Bewertungen — oft wegen verspäteter Lieferung, die du gar nicht zu verantworten hast — können dein Ranking zerstören. Die Folge: weniger Sichtbarkeit, weniger Bestellungen, noch höhere Abhängigkeit.
Keine Kontrolle über das Kundenerlebnis
Die Plattform bestimmt, wie dein Restaurant dargestellt wird. Dein Restaurant wird zu einer austauschbaren Kachel unter hundert anderen.
Restaurant zahlt bis zu 30% Provision — die Plattform kennt deine Kunden besser als du
Restaurant behält 90% — Kundendaten, Branding und Umsatz gehören dir
Die Alternative: Ein eigenes Online-Bestellsystem
Vorteile
- check_circleKeine oder minimale Provision pro Bestellung
- check_circleKundendaten gehören dir
- check_circleEigenes Branding und eigene Domain
- check_circleDirekte Kommunikation mit Stammkunden
- check_circleVolle Kontrolle über Preise und Darstellung
- check_circleKein Algorithmus der über deine Sichtbarkeit entscheidet
Nachteile
- cancelEigenes Marketing notwendig
- cancelAnfangs weniger Reichweite als große Plattformen
- cancelEinmalige Einrichtung erforderlich
Lohnt sich der Wechsel? Eine Gegenrechnung
| Merkmal | Externe Plattform | Eigenes SystemEmpfohlen |
|---|---|---|
| Provision pro Bestellung | 25–30% | 0–10% |
| Jahreskosten (30 Bestellungen/Tag) | ~€75.600 | ~€180–360 |
| Kundendaten | ❌ gehören der Plattform | ✅ gehören dir |
| Eigene Domain | ❌ | ✅ |
| Bondruck automatisch | ❌ | ✅ |
| GPS Liefertracking | ❌ | ✅ |
| Abhängigkeit vom Algorithmus | ❌ hoch | ✅ keine |
Die Ersparnis in Zahlen
Selbst wenn du nach dem Wechsel €500 pro Monat für eigenes Marketing ausgibst, sparst du bei 30 Bestellungen täglich immer noch über €69.000 pro Jahr. Das entspricht einem zusätzlichen Vollzeit-Mitarbeiter.
Rechne es selbst durch
Kostenrechner: Plattform vs. eigenes System
Berechne, wie viel du mit einem eigenen Bestellsystem sparst.
Der Umstieg: Einfacher als du denkst
Moderne Bestellsysteme sind innerhalb von 48 Stunden eingerichtet und bieten:
- Automatische Speisekarten-Übernahme
- Integration mit Bondruckern
- Online-Zahlung (Karte, Apple Pay, Google Pay)
- GPS-Liefertracking für Kunden
- Gutschein- und Aktionssystem
- Wochenmenü-Verwaltung
Der wichtigste Schritt: Fang an, deine Stammkunden auf dein eigenes System umzuleiten. Ein QR-Code auf dem Kassenbon, ein Aufsteller im Lokal, ein Post auf Instagram — mehr braucht es oft nicht.
Die Frage ist nicht, ob du dir ein eigenes Bestellsystem leisten kannst. Die Frage ist, ob du dir die Provisionen der externen Plattformen noch leisten willst.
Fazit: Jeder Euro Provision ist ein Euro weniger Gewinn
Ein eigenes Bestellsystem ist keine Frage des Budgets (ab €180 pro Jahr), sondern eine Frage der Priorität. Wer seine Kundendaten besitzt, seine Marke kontrolliert und provisionsfrei arbeitet, hat einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil.
Eigenes Bestellsystem ab €180/Jahr
Keine Provision. Keine Plattformabhängigkeit. Deine Kunden, dein Umsatz, deine Daten.