Die liefern ja auch - der teuerste Irrtum in der Gastronomie
Externe Plattformen liefern zwar - aber sie verlangen dafür das Dreifache dessen was eigene Fahrer kosten. Wir rechnen es durch mit echten Zahlen aus Österreich 2026.
tocInhaltsverzeichnis
Der häufigste Einwand und warum er nicht stimmt
Wenn Gastronomen über externe Lieferplattformen sprechen, kommt früher oder später dieser Satz:
Ja, die nehmen 30 Prozent - aber dafür liefern die auch. Das ist mir das wert.
Klingt vernünftig. Klingt nach einem fairen Deal. Ist es aber nicht - und wir rechnen es jetzt gemeinsam durch.
Was die Plattform wirklich für die Lieferung verlangt
Nehmen wir ein realistisches Beispiel: Ein etabliertes Restaurant in Wien mit 100 Bestellungen pro Tag und einem Durchschnittsbon von 30 Euro.
Tagesumsatz: 100 Bestellungen x 30 Euro = 3.000 Euro täglich
Was die Plattform täglich kassiert
| Kostenart | Berechnung | Betrag |
|---|---|---|
| Provision 28% | 3.000 Euro x 28% | 840 Euro |
| Tablet-Gebühr täglich | 30 Euro / 30 Tage | 1 Euro |
| Marketing und Platzierung | 150 Euro / 30 Tage | 5 Euro |
| Plattform kassiert täglich | 846 Euro |
Das sind 25.380 Euro pro Monat - nur für die Lieferung.
Was eigene Fahrer wirklich kosten
Jetzt rechnen wir durch was zwei Vollzeit-Fahrer in Österreich 2026 tatsächlich kosten - mit allen realen Lohnnebenkosten laut WKO und Sozialversicherung.
Pro Fahrer bei Bruttogehalt 2.000 Euro pro Monat
| Kostenart | Betrag pro Monat |
|---|---|
| Bruttogehalt | 2.000 Euro |
| Lohnnebenkosten Arbeitgeber ca. 29,5% | 590 Euro |
| 13. und 14. Gehalt anteilig | 333 Euro |
| Gesamtkosten pro Fahrer | 2.923 Euro |
Zwei Fahrer plus Fahrzeugkosten
| Kostenart | Monatlich |
|---|---|
| 2 Fahrer Gesamtkosten | 5.846 Euro |
| Sprit und Fahrzeugkosten 2 Autos | 800 Euro |
| Gesamtkosten eigene Lieferung | 6.646 Euro |
Der direkte Vergleich
Externe Plattform: 25.380 Euro pro Monat für die Lieferung. Eigene Fahrer: 6.646 Euro pro Monat für die Lieferung. Ersparnis: 18.734 Euro pro Monat - das sind 224.808 Euro pro Jahr.
Die Gegenrechnung
| Externe Plattform | Eigene FahrerEmpfohlen | |
|---|---|---|
| Lieferkosten täglich | 846 Euro | 221 Euro |
| Lieferkosten monatlich | 25.380 Euro | 6.646 Euro |
| Lieferkosten jährlich | 304.560 Euro | 79.752 Euro |
| Kundendaten | gehören der Plattform | gehören dir |
| Eigenes Branding | Nein | Ja |
| Kontrolle über Lieferzeit | Nein | Ja |
| Abhängigkeit vom Algorithmus | hoch | keine |
Du könntest dir 3 Fahrer leisten und hättest trotzdem mehr
Mit dem gesparten Geld könntest du dir nicht 2, sondern 3 Vollzeit-Fahrer leisten - und hättest immer noch 11.908 Euro mehr pro Monat in der Kasse als mit der externen Plattform.
| Szenario | Monatliche Kosten | Ersparnis vs. Plattform |
|---|---|---|
| Externe Plattform | 25.380 Euro | - |
| 2 eigene Fahrer | 6.646 Euro | 18.734 Euro gespart |
| 3 eigene Fahrer | 10.638 Euro | 14.742 Euro gespart |
| 4 eigene Fahrer | 14.630 Euro | 10.750 Euro gespart |
Selbst mit 4 Vollzeit-Fahrern sparst du noch über 10.000 Euro pro Monat gegenüber der externen Plattform.
Das wird oft vergessen
Bei eigenen Fahrern behältst du die Kontrolle über Lieferzeit, Auftreten und Kundenerlebnis bis zur Haustür. Die Plattform liefert - aber sie repräsentiert dabei ihr eigenes Branding, nicht deines.
Warum denken Gastronomen trotzdem die Plattform ist günstiger?
1. Die Provision wird als Prozentzahl wahrgenommen - nicht als absolute Zahl. 30 Prozent klingt abstrakt. 25.380 Euro pro Monat klingt konkret. Die meisten Gastronomen haben diese Hochrechnung nie gemacht.
2. Der Vergleich mit eigenen Fahrern erscheint kompliziert. Fahrer suchen, anmelden, versichern, führen - das stimmt. Aber dieser Aufwand ist einmalig. Die Provision zahlt man hingegen jeden Monat, für immer.
3. Die Plattform bringt Neukunden. Das ist der einzig valide Punkt. Aber diese Reichweite kostet dich bei 100 Bestellungen täglich 224.000 Euro pro Jahr. Für dieses Geld könnte man ein professionelles Marketing-Budget aufbauen das langfristig mehr bringt.
Restaurant zahlt 25.380 Euro pro Monat an externe Plattform und hofft auf Sichtbarkeit im Algorithmus
Restaurant zahlt 6.646 Euro pro Monat für eigene Fahrer und behält 18.734 Euro plus alle Kundendaten
Was das für kleinere Restaurants bedeutet
Nicht jedes Restaurant hat 100 Bestellungen täglich. Rechnen wir es auch für kleinere Betriebe durch:
| Bestellungen pro Tag | Bon | Plattform pro Monat | Eigene Fahrer | Ersparnis pro Monat |
|---|---|---|---|---|
| 20 | 25 Euro | 4.200 Euro | 3.323 Euro (1 Fahrer) | 877 Euro |
| 50 | 28 Euro | 11.760 Euro | 6.646 Euro (2 Fahrer) | 5.114 Euro |
| 100 | 30 Euro | 25.380 Euro | 6.646 Euro (2 Fahrer) | 18.734 Euro |
Selbst bei 20 Bestellungen täglich ist ein eigener Teilzeit-Fahrer günstiger als die Plattformprovision.
Der Umstieg in der Praxis
Du musst nicht von heute auf morgen umsteigen. Der smarte Weg:
- Eigenes Bestellsystem aufsetzen - parallel zur Plattform
- Stammkunden aktiv umleiten - QR-Code, Gutschein beim ersten Direktkauf
- Ersten Fahrer einstellen sobald Direktbestellungen 30 plus täglich erreichen
- Plattform-Anteil schrittweise reduzieren - nie abrupt, sondern kontrolliert
- Zweiten Fahrer wenn Direktbestellungen 60 plus täglich erreichen
Die Plattform liefert - das stimmt. Aber sie verlangt dafür das Dreifache dessen was eigene Fahrer kosten. Und sie behält dazu noch deine Kundendaten. Das ist kein fairer Deal.
Fazit: Rechne es einmal durch
Externe Plattformen verlangen für die Lieferung das 3- bis 4-fache dessen was eigene Fahrer kosten - inklusive aller Lohnnebenkosten, Sprit und Fahrzeugkosten.
Wer diese Rechnung einmal aufmacht, denkt anders über sein Geschäftsmodell nach.
Eigenes Bestellsystem ab 180 Euro pro Jahr
Volle Kontrolle. Eigene Fahrer. Keine Provision. Deine Kunden gehören dir.