Kosten & Finanzencalendar_today27. Juni 2026schedule5 Min. LesezeitpersonMario Gaupmann

Was du wirklich zahlst — die versteckten Kosten externer Bestellplattformen

Externe Bestellplattformen kosten mehr als die Provision. Wir zeigen alle versteckten Kosten die österreichische Gastronomen oft übersehen — und wie viel das wirklich ausmacht.

tocInhaltsverzeichnis

Die Provision ist nur die Spitze des Eisbergs

Viele Gastronomen rechnen mit der Provision wenn sie entscheiden ob sich eine externe Bestellplattform lohnt. Das ist ein Fehler. Die Provision ist der sichtbare Teil — aber darunter verstecken sich Kosten die in der Summe genauso schmerzhaft sind.

In diesem Artikel gehen wir alle Kostenpunkte durch die externe Plattformen dir in Rechnung stellen — direkt, indirekt und versteckt.

30%Sichtbare Provision — das was die meisten kennen
+8%Zusatzkosten durch versteckte Gebühren im Schnitt
38%Effektive Gesamtbelastung pro Bestellung
€0Versteckte Kosten mit eigenem Bestellsystem

Kostenpunkt 1: Die Basisprovision

Das ist der bekannte Teil. Externe Plattformen verlangen zwischen 15 % und 30 % des Bestellwerts als Provision. Was viele nicht wissen: Diese Provision wird auf den Bruttobestellwert berechnet — also inklusive der Mehrwertsteuer die du ans Finanzamt abführst.

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Achtung: Provision auf Brutto

Bei einem Bestellwert von €25,00 brutto (10 % MwSt.) sind €2,27 davon Steuer. Die Provision von 28 % wird trotzdem auf den vollen Betrag berechnet — du zahlst also Provision auf Geld das dir nie gehört hat.

Kostenpunkt 2: Tablet- und Hardware-Gebühren

Viele externe Plattformen stellen dir ein Tablet zur Verfügung — klingt nach Service, ist aber eine Gebühr. Die monatlichen Kosten dafür liegen typisch zwischen €15 und €40 pro Monat. Das sind bis zu €480 pro Jahr nur fürs Tablet.

Dazu kommen Kosten für Drucker, Halterungen und Zubehör das die Plattform vorschreibt.

Kostenpunkt 3: Aktivierungs- und Onboarding-Gebühren

Beim Start verlangen viele Plattformen eine einmalige Aktivierungsgebühr zwischen €100 und €500. Diese wird selten prominent kommuniziert — sie taucht erst im Kleingedruckten des Vertrags auf.

Kostenpunkt 4: Marketing- und Platzierungsgebühren

Willst du in der App weiter oben erscheinen? Das kostet extra. Plattformen bieten Sponsored Placements an — du zahlst einen fixen Betrag pro Woche oder Monat um prominenter angezeigt zu werden.

Ohne diese Zusatzzahlung verschwindest du auf Seite 3 der App — hinter allen die zahlen.

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Das Prinzip dahinter

Die Plattform verdient doppelt: Einmal an deiner Provision, und nochmal daran dass du für Sichtbarkeit zahlst. Je mehr Restaurants auf der Plattform sind, desto mehr musst du für Sichtbarkeit ausgeben.

Kostenpunkt 5: Stornierungsgebühren

Storniert ein Kunde eine Bestellung — aus welchem Grund auch immer — zahlt in vielen Fällen trotzdem du. Die Plattform behält die Provision oder verrechnet eine Stornierungsgebühr. Du hast das Essen vorbereitet, der Kunde hat storniert, und du zahlst noch dazu.

Kostenpunkt 6: Anpassungsgebühren für die Speisekarte

Brauchst du Unterstützung beim Anlegen oder Ändern deiner Speisekarte auf der Plattform? Viele Anbieter verrechnen das als eigenen Service. Änderungen außerhalb des Self-Service-Portals können €50 bis €200 kosten.

Kostenpunkt 7: Der Preisdruck — eine versteckte Kostenform

Das ist der am meisten unterschätzte Kostenpunkt. Weil die Provision so hoch ist, erhöhen viele Gastronomen ihre Preise auf der Plattform um 15–20 %. Das führt zu:

  • Weniger Bestellungen wegen höherer Preise
  • Schlechteren Bewertungen wegen Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Stammkunden die das Preisgefälle bemerken und das Vertrauen verlieren
closeVorher

Pizza Margherita im Lokal: €9,90 — auf der Plattform: €11,90 — Kunde bemerkt es und ist enttäuscht

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check_circleNachher

Pizza Margherita im eigenen System: €9,90 — gleicher Preis wie im Lokal — Kunde kommt wieder

Kostenpunkt 8: Verlorene Kundendaten — ein echter Geldwert

Das ist keine direkte Gebühr — aber ein realer wirtschaftlicher Verlust. Jeder Kunde der über eine externe Plattform bestellt, gehört der Plattform. Du bekommst keine E-Mail-Adresse, keine Telefonnummer, keine Bestellhistorie.

Was das bedeutet in Zahlen: Ein Stammkunde der 2× pro Monat bestellt bringt dir €600 Jahresumsatz. Mit seinen Daten könntest du ihn direkt ansprechen, binden, reaktivieren. Ohne seine Daten bist du auf Glück angewiesen.

€600Jahresumsatz eines Stammkunden der 2× monatlich um €25 bestellt — und dessen Daten du nie bekommst

Die Gesamtrechnung: Was externe Plattformen wirklich kosten

KostenartMonatlichJährlichEmpfohlen
Basisprovision (28%, 30 Best./Tag, €25 Bon)€6.300€75.600
Tablet-Gebühr€30€360
Marketing/Platzierung€150€1.800
Stornierungen (geschätzt)€80€960
Entgangene Kundenbindung (konservativ)€200€2.400
**Gesamt****~€6.760****~€81.120**
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Die echte Zahl

Bei einem mittelgroßen Restaurant mit 30 Bestellungen täglich kostet die Abhängigkeit von externen Plattformen über €80.000 pro Jahr. Das ist kein Rechenfehler — das ist die Realität vieler österreichischer Gastronomen.

Was ein eigenes System kostet — zum Vergleich

  • check_circleJahresbeitrag: €180 (ab Jahr 2)
  • check_circleEinrichtung Jahr 1: einmalig €60
  • check_circleStripe-Gebühren: ~1,5% + €0,25 pro Transaktion (Zahlungsabwicklung)
  • check_circleKein Tablet notwendig — läuft auf deinem Gerät
  • check_circleKeine Platzierungsgebühren
  • check_circleKeine Stornierungsgebühren
  • check_circleAlle Kundendaten gehören dir

Die Gesamtkosten im ersten Jahr: unter €300. Ab Jahr 2: unter €200.

Was du jetzt tun kannst

Der erste Schritt ist nicht der komplette Ausstieg aus externen Plattformen. Der erste Schritt ist Parallelisierung:

  1. Eigenes Bestellsystem aufsetzen
  2. Stammkunden aktiv auf dein System umleiten — QR-Code, Aufsteller, Gutschein beim ersten Direktkauf
  3. Anteil der Direktbestellungen messen
  4. Schritt für Schritt Plattform-Anteil reduzieren

So verlierst du keine Reichweite und gewinnst gleichzeitig Unabhängigkeit.

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Kein Gastronom der mir die echten Zahlen zeigt, sagt danach noch dass externe Plattformen günstig sind. Das Problem ist dass die meisten die Gesamtrechnung nie aufmachen.

Mario Gaupmann, Gründer Gastro CMS

Fazit: Öffne die Gesamtrechnung

Die Provision ist nur der sichtbare Teil. Tablet-Gebühren, Platzierungskosten, Stornierungen, Preisdruck und verlorene Kundendaten addieren sich zu einer Summe die für die meisten Restaurants nicht tragbar ist.

Ein eigenes Bestellsystem kostet ab €180 pro Jahr und gibt dir zurück was externe Plattformen dir nehmen: deine Kunden, deine Daten, dein Geld.

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